Besserer Schutz für Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilindustrie


Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch jährt sich im April zum dritten Mal. Seither wurde viel über die problematischen Bedingungen in der globalen Textilindustrie berichtet, doch für die Arbeiterinnen und -arbeiter vor Ort hat sich wenig verändert. Hier setzt Fairtrade mit einem neuen Textilstandard und begleitendem Unterstützungsprogramm an, die heute veröffentlicht wurden und die den Fairtrade-Ansatz auf die gesamte textile Wertschöpfungskette ausweiten. „Durch den neuen Standard und das Programm können Unternehmen nun dazu beitragen, dass Arbeiterinnen und Arbeiter in der gesamten Produktionskette ihre soziale und ökonomische Situation verbessern können“, sagte Martin Hill, Interim CEO, Fairtrade International, bei der Vorstellung des Standards.

Der erste Standard, der existenzsichernde Löhne vorschreibt

Der neue Standard baut auf den bestehenden Fairtrade-Standard für lohnabhängig Beschäftigte auf und beinhaltet Kriterien, die die Arbeitsbedingungen, Lohnsituation und Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fokus stellen. Als erster Standard weltweit macht er dabei eine feste Zeitvorgabe für das Erreichen von existenzsichernden Löhnen. „Innerhalb von sechs Jahren müssen die Löhne auf ein existenzsicherndes Niveau angehoben werden“, so Martin Hill. Nicht nur Textilfabriken, auch die Markenunternehmen werden in die Pflicht genommen, sie werden in Verträgen zu fairen und langfristigen Einkaufspraktiken verpflichtet. Dies bildet die Voraussetzung dafür, dass eine Lohnerhöhung überhaupt umsetzbar ist. Der Textilstandard stärkt die Position und Rechte der Beschäftigten in den Fabriken und versetzt sie in die Lage, ihre Arbeitsbedingungen eigenständig zu verhandeln.

Mehr als nur eine Zertifizierung – das Fairtrade-Textilprogramm

Um eine Veränderung vor Ort zu erreichen, ist die Unterstützung durch lokale Experten unabdingbar. „Es ist wichtig, dass die Fabrikbesitzer und Beschäftigten die Inhalte des Standards und die Beweggründe von Fairtrade verstehen, das ist die größte Herausforderungen bei der Umsetzung des Standards und in den Trainings vor Ort“, sagte Siva Parti, Experte für Umwelt, Gesundheit und Arbeitssicherheit bei Sustainable Textile Solutions. Das Textilprogramm holt die Fabriken an dem Punkt ab, an dem sie stehen, und hilft ihnen, die hohen Anforderungen des Standards zu erfüllen. Dabei werden sie unter anderem in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Stärkung der Rechte von Arbeiterinnen und Arbeitern, existenzsichernde Löhne und Verbesserung von Effizienz und Produktivität geschult.

Lesen Sie den ganzen Text hier: 2016_03_22_PM_Textilstandard_deutsch.

 

Text © Fairtrade Deutschland 

Bild © TransFair e.V. / Anand Parmar 

 

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